einwitzmittiefgang


Neulich las ich folgenden Witz, der mir aus dem Herzen zu sprechen schien: "Es ist eine grosse Gnade für Sie", sagt ein berühmter Kanzelredner zum Mesner der Universitätskirche, "so viele bedeutende Theologen predigen zu hören." - "Eine grosse Gnade hat mir Gott erwiesen", meinte dieser treuherzig, "dass ich trotzdem noch an ihn glauben kann!"

Ich verstehe diesen Mesner, mir geht es ebenso! Heute höre ich immer wieder, dieser und jener Bibeltext könne nicht wörtlich verstanden werden. Das heisst, er müsse gedeutet und ausgelegt werden. Wobei diesen Auslegungen kaum Grenzen gesetzt sind und der Phantasie freien Lauf gelassen werden kann.

Wenn ich mir vorstelle, dass Jesus vorwiegend vor dem "einfachen Volk" predigte, bin ich mir sicher, dass er so sprach, wie er es meinte und so, dass ihn alle verstehen konnten. Ich bin mir sicher, dass ihnen niemand zusätzlich das Gehörte noch deuten und erklären musste. - Eher glaube ich, dass Jesus wohl wusste, weshalb er seine Zuhörerinnen und Zuhörer wiederholt warnte: "Hütet euch vor den Schriftgelehrten!"

Vieles, das Jesus sagte, passt nicht mehr in unsere heutige Gesellschaftsordnung und in unser heutiges Denken. - Also wird das Problem dadurch gelöst, dass von Vieldeutigkeit der Aussagen Jesus gesprochen wird. Das heisst, die betreffenden Bibeltexte werden nun gekehrt, gewendet und ergänzt, bis sie uns passen! - Dadurch stellt sich mir aber einmal mehr die Frage, hat sich Jesus, als Gottes Sohn, nach uns Menschen zu richten, oder wir uns nach ihm und nach seinen göttlichen Weisungen?

 

 

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