glaubstdunoch


 

 

„Glaubst du noch, oder denkst du schon?“

 

 
So fragte ein Kolumnist am 20. Dezember 2008 in unserer Tageszeitung. Dabei handelt es sich nicht um irgendeinen Provokateur, sondern um einen Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Bern, namens Beda M. Stadler. Weiter meint er: „Als Wissenschaftler muss man sich heute beinahe entschuldigen, wenn man zur Realität steht.“ – „Wenn Uni-Dozenten nicht mehr bereit sind, Klartext zu reden, wer denn sonst?“ – Ja, und so würden die Gläubigen eben an irgendetwas nicht Beweisendes glauben!
 
Wäre dies nicht, wie angekündigt die letzte Kolumne von Herrn Stadler gewesen, so hätte ich ihn gerne gebeten, den Leserinnen und Lesern an dieser Stelle als Mediziner folgende Frage zu beantworten: Die Wissenschaft hat uns Menschen zweifellos viel Gutes gebracht, insbesondere auch im medizinischen Bereich. Jedoch ist mir nicht bekannt, dass die Wissenschaft jemals eine menschliche Seele hätte ausfindig machen können und gleichwohl scheint es sie zu geben. - Ist nicht die Seele gerade das, was das Menschsein ausmacht? Woher kommt sie und wohin geht sie? Wann, das heisst, zu welchem Zeitpunkt des Menschwerdens nimmt sie „Wohnung“ in ihm? Wie ist es möglich, dass wir Menschen fühlen, mitfühlen und lieben können?
 
Ich habe einmal gehört: „Glauben fängt dort an, wo die Wissenschaft aufhört.“ – Ja, so scheint es wohl zu sein! Matthias Claudius sagt dies auf ganz wunderbare Weise in seinem  Lied: „Der Mond ist aufgegangen.“ Die Strophe 3 beispielsweise lautet wie folgt: „Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.“
 
 
 
 
 

 

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